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Aktiv Zuhören ist mehr als nur die Nutzung der Sprache zur Beziehungsbildung

Aktiv Zuhören ist mehr als nur die Nutzung der Sprache zur Beziehungsbildung

Jeder kann einen Satz in einem Gespräch in eigenen Worten wiederholen und so dem Gesprächspartner signalisieren, dass er verstanden wurde. Daraus entsteht ein Kreislauf über ein Thema und beide Gesprächspartner werden sich zu einem klarer über die Position des anderen zum Thema. Zum anderen dient es der Schärfung der eigenen Position.

Aktives Zuhören ist ein Feedbackkreislauf

Dieser Kreislauf festigt die Beziehung der Gesprächspartner. Auch wenn man feststellt, dass man unterschiedlich zu einem Thema steht. Wichtig für die Beziehung ist das Verständnis, bzw. dass Mensch den Eindruck hat sein Gesprächspartner fühlt sich ein und kann die eigene Sicht auf die Dinge zumindest verstehen, wenn auch nicht immer teilen.

Verbales Verständnis ist schön, aber nicht allein ausreichend um ein Gefühl zu haben verstanden worden zu sein.

Dazu gehört das emotionale. Erst dann, wenn jemand die eigenen, vielleicht eher zwischen den Zeilen, ausgedrückten Gefühle in Worte fasst, dann fühlen wir uns wirklich verstanden.

Wir kennen das, wir sind fröhlich, wütend, traurig, was auch immer und jemand fasst unser vorherrschendes Gefühl in ein Wort und wir bestätigen es und innerlich tritt eine Entspannung ein.

Das ist in der Berufswelt leider oft die Ausnahme. Wer nicht gut bei sich selbst ist und damit Verantwortung für seine eigenen Gefühle übernimmt, der kann auch anderen nicht nahe kommen und will das oft auch nicht, weil das ja gerade seine Schwierigkeit ist. Nahe sein.

Diese Nähe ist jedoch genau das, ohne grenzüberschreitend zu sein, die Menschen vertrauen lässt. Verstanden werden ohne sich ändern oder verstecken zu müssen.

 

Obacht, denn sobald Sie ein Gefühl, eine Stimmung eines anderen Menschen im Dialog in Worte fassen betreten Sie ein anderes Hoheitsgebiet. Dies gilt es zu achten. Da kann es schon mal passieren, dass ihre Wahrnehmung nicht angenommen wird. Kann man akzeptieren und nicht dran zerbrechen, bzw. muss nicht auf seiner Wahrnehmung beharren.

Können Sie damit umgehen, dass jeder Mensch sein eigenes Hoheitsgebiet ist?

Einen Schritt weiter geht man indem man die non verbalen Stimmungen, Gesten, Äußerung vorsichtig verbalisiert.

Ein Beispiel, welches ich gerne in meinen Workshops nutze. Sie versuchen jemanden telefonisch zu erreichen, nach einer gefühlten Ewigkeit nimmt ihr Gegenüber ab und schnauft seinen Namen.

Jetzt haben Sie die Möglichkeit Kontakt herzustellen. Kontakt? Ja genau Kontakt. Ohne Kontakt bleiben wir an der Oberfläche und in der Form und zeigen bzw. finden kein gemeinsames gefühltes Verständnis füreinander.

Sie könnten beispielsweise etwas sagen wie „Wo habe ich Sie hergeholt, Sie wirken gehetzt?“

Das gibt ihrem Gesprächspartner an den Sie ein Anliegen haben, sonst würden Sie ihn ja nicht anrufen, die Möglichkeit anzukommen in der neuen Gesprächssituation und sich wahrgenommen zu fühlen.

Das ist in unserer auf Effizienz getrimmten Welt ein Türöffner, vorausgesetzt Ihr Interesse ist wahrhaftig.

Alles Gute für Sie

Stefan R. Manzow