Selbstoptimierung, Digitalisierung und Change

Die drei wichtigsten Themenbereiche scheinen Selbstoptimierung, Digitalisierung und Change zu sein, wenn man den aktuellen Diskurs liest. Mit diesen Oberbegriffen sollte man sich als Mensch, der sich in der Berufswelt orientieren und erfolgreich sein möchte, beschäftigen.

Selbstoptimierung oder wo ist die Grenze der Selbstausbeutung?

Die Selbstoptimierungswelle kann man ja immer noch surfen, als Berater und als Mensch der im Beruf Erfolge erzielen möchte.  Es gibt so viel zu optimieren an uns Menschen, das Morgenritual zum Beispiel. Da werden einem Beispiele von CEOs in den Medien vorgesetzt, die stehen um 4:30 Uhr auf, meditieren dann eine halbe Stunde, machen anschließend Sport und gehen dann ihre Tagesagenda durch.  Das funktioniert bestimmt super in Kalifornien, wo es eigentlich das ganze Jahr über früh am Abend dunkel wird und man schon um 20 Uhr schlafen gehen könnte. Und es funktioniert für Menschen, deren vollständiger Lebensinhalt aus der beruflichen Karriere besteht.

Bei denen die das eben nicht wollen oder können, entsteht möglicherweise ein anderes Gefühl. Sie ahnen es schon, es entsteht ein Gefühl des Mangels.

Weil man sich, insofern man sich auf diese extreme Form der Selbstoptimierung einlässt, böse Zungen behaupten es handele sich um Selbstausbeutung, in einen Wettbewerb mit Menschen begibt, die sehr außergewöhnliche / extreme Leben führen.

Die sozialen Medien suggerieren uns eine Nähe zu diesen Menschen, die mit der Realität nichts zu tun hat.  Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was diese Menschen in uns auslösen suchen Sie sich den Primus ihrer beruflichen Liga und folgen diesem Menschen in den sozialen Medien.  Am eindrucksvollsten ist es auf Instagram. Selbstmarketing optimiert bis zum Maximum. Und das was wir nicht sehen und auch nicht ahnen, ist das Team was diese Illusion herstellt.

Digitalisierung als Chance für mehr Mitbestimmung

Die Digitalisierung kriegt uns scheinbar alle in den Griff.  Der sogenannte „Human Ressource“ Bereich dringt gerade darauf Prozesse zu digitalisieren. Von der Vorauswahl der Bewerber über Online Acessements bis zur Personalverwaltung und Weiterbildungssteuerung / Personalentwicklung sollten nach Meinung einiger „Influencer“ der Branche, wichtige Prozesse möglichst vollständig digitalisiert werden.

Da kann man sich mal fragen, was uns da wer verkaufen möchte. Anders ausgedrückt, fangen wir an zu denken und zu entscheiden, welche Prozesse können Maschinen und Algorithmen uns abnehmen, damit wir im Arbeitsalltag zu mehr Kreativität kommen und das tun, was wir Menschen am besten können. Etwas erschaffen was den Alltag ein Stück besser macht, für die Kollegen, für die Kunden und für die Allgemeinheit. Und das ohne die „frei“ werdende Zeit gleich wieder voll zu packen.

Wandel ist die Normalität, oder brauchen wir doch Routinen?

Der Wandel ist die Normalität. Nur erfolgt er in der Natur relativ langsam und die Rhythmen sind überwiegend berechenbar.  Wandel in Unternehmensstrukturen, oder Karrieren passiert oft unberechenbar aufgrund fehlender vorausgehender Transparenz für die Betroffenen.  Darüber hinaus wird ja schon lange in Projekten gedacht und gehandelt. Oft werden diese Projekte noch zusätzlich zu Routinetätigkeiten entwickelt und durchgeführt.  Die feste Abteilungsstruktur geht in vielen Branchen schon verloren. Die positive Seite ist die Abwechslung, die Lernkurven und bei erfolgreichem Abschluß, die von gefühlte Selbstwirksamkeit.

Auf der anderen Seite steht jedoch auch eine „Vereinsamung“, wenn ich das mal so nennen darf. Durch inner-und außerbetriebliche Fluktuation können keine verlässlichen Bindungen zu unseren Kollegen und Vorgesetzten entstehen. Nicht so wie in einer Einheit, die eingespielt ist und sich vertraut, weil man die Stärken und Schwächen der anderen kennt.

Dazu kommt noch die innerbetriebliche Fluktuation durch die sich immer weiter verbreitende Hire- and Fire Mentalität. Daraus resultiert  die Strategie einiger Angestellter, möglichst fix durch geschickte Unternehmenswechsel auf das nächste Level zu gelangen. Die Digitale Transformation kann diese Prozesse  auf ein neues Maß katalysieren.

Das Vertrauen ist eine Grundlage für erfolgreiche Projekte. Das entsteht nicht über Nacht.

Zynisch formuliert solle man sich bis zur Grenze des Möglichen optimieren, das Einser-Abitur in 12 Jahren erzielen, dann schnell den Bachelor und anschließend noch zwei Master erfolgreich abschließen. Und während dieser Zeit noch Auslandssemester und die obligatorische Weltreise absolvieren.

Im schlechten Fall muss man sich dann anhören, „Sie haben ja noch keine Berufserfahrung, fangen wir mal mit einem Praktikum an“.

Anschließend unterliegen Angestellte möglicherweise digitalen Prozessen, die durch Algorithmen gesteuert werden und sind noch strukturellem Wandel im Unternehmen ausgesetzt und haben keine psychologische und juristische Sicherheit am Arbeitsplatz, weil der Vertrag befristet ist.

Das war jetzt extrem überspitzt dargestellt.  Eins bleibt jedoch.

Fehlerkultur ohne juristische und psychologische Sicherheit ist schwierig.

Ich kann Menschen gut verstehen, denen das alles etwas zuviel wird.  Wir sind Menschen, wir brauchen für Kreativität einen Freiraum und einen sicheren Boden mit moderierter Struktur. Besonders, wenn wir neue Lösungen entwickeln möchten, oder müssen.

Sich in dieser Gemengelage zurecht, und für sich einen souveränen Umgang damit zu finden, ist eine herausfordernde Aufgabe.

Resignation ist keine Lösung.

Ihre individuelle Lösung dafür erfordert strategische Arbeit und taktische Umsetzung. Ein individuelles und agiles Karriere – Konzept.

Haben Sie ein Karriere – Konzept?

Alles Gute für Sie

Stefan Manzow

-> Unverbindliche Anfrage

Home

 

 

Teile diesen Beitrag