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    Veränderung
    Tipp

    Wie Veränderung gelingen kann

    Stefan R. Manzow

    24. Mai 2017

    2 Min. Lesezeit

    Nach der Zielfindung kommt in meinen Beratungen immer wieder dieselbe Frage: Wie gelingt Veränderung? Der Wunsch nach fertigen Ratschlägen liegt dann in der Luft — ich verweise stattdessen auf die eigene Kreation des Weges.

    Hier einige Hilfestellungen, die sich in der Praxis als nützlich erwiesen haben:

    1

    Behalten Sie Ihre Ziele zunächst für sich

    Es braucht rund 21 Durchläufe, um ein neues Verhaltensmuster zu stabilisieren — 21 Laufrunden, bis Laufen zum Repertoire gehört; 21 Feiern ohne Alkohol, bis es sich gut anfühlt. Erklären Sie sich nicht ständig anderen. Sonst laden Sie Ihr Umfeld zur externen Ratsversammlung ein — und das kann verunsichern.

    2

    Rechnen Sie mit Reibung im Umfeld

    Es kann sein, dass Sie einen Teil Ihres Freundeskreises verlassen oder verlieren — weil er Ihren gegenwärtigen Status stützt, Ihr Ziel aber nicht teilt.

    3

    Lernen Sie, mit Einsamkeit umzugehen

    Nichts zu tun ist besser, als das zu tun, was Sie bisher gemacht haben. Denn Ihr altes Verhalten hat ja nicht zur gewünschten Veränderung geführt — oder?

    4

    Machen Sie Ihr Ziel zum Bild

    Ihr Ziel sollte klar formuliert und möglichst als selbst erstelltes Bild vorhanden sein. Führen Sie ein Tagebuch auf dem Weg dorthin — handschriftlich, idealerweise koloriert. Die Emotion, die Sie zu diesem Bild haben, ist ein wichtiger Antrieb.

    5

    Haben Sie Geduld mit sich

    Zwei Schritte vor, einer zurück — das ist völlig normal. Jeder kleine Schritt in die gewünschte Richtung zählt als Erfolg.

    Beispiel: Sie möchten abnehmen? Dann ist jeder Tag, an dem Sie nach 19 Uhr nichts mehr essen, ein Erfolg — und sollte entsprechend gewürdigt werden.

    6

    Ändern Sie jeden Tag eine Kleinigkeit

    Raus aus der Routine. Immer dieselbe Bahn zur Arbeit? Nehmen Sie einen anderen Weg. Immer dasselbe Café? Gehen Sie woanders hin. Gehen Sie neue Wege — und das meine ich wörtlich.

    Sie wollen Ihren eigenen Veränderungsplan erstellen — Ihr Ziel unabhängig definieren und auf dem Weg begleitet werden?

    Ein Anruf, eine E-Mail — und wir sind im Gespräch

    Alles Gute für Sie — Stefan Manzow

  • „You can’t eat your cake and have it too.“

    Karriere Haltung

    „You can’t eat your cake and have it too.“

    Widerstand gegen Veränderung: Was uns wirklich daran hindert, Neues zu wagen

    Stefan R. Manzow 20. April 2017 4 Min. Lesezeit

    Warum fällt Veränderung so schwer? Die Psychologie des Wandels erklärt, wie Status-quo-Bias und Verlustangst uns im Beruf blockieren — und was dagegen hilft.

    Wandel wollen, aber nur auf Kosten anderer

    Status-quo-Bias · Samuelson & Zeckhauser, 1988

    Es gibt eine bequeme Form des Wandels: Man fordert ihn ein — und überlässt die Umsetzung anderen. Im Beruf klingt das so: „Wir brauchen endlich eine neue Unternehmenskultur“ — gesagt von jemandem, der sein eigenes Verhalten keineswegs zur Disposition stellt.

    Das ist keine Schwäche, sondern ein gut dokumentiertes Muster. Menschen bewerten den Ist-Zustand systematisch positiver als Alternativen — selbst wenn diese objektiv vorteilhafter wären. Der Grund liegt in der Verlustaversion (Kahneman & Tversky, Prospect Theory): Verluste wiegen psychologisch etwa doppelt so schwer wie gleichwertige Gewinne.

    Wer den Gewinn des Neuen will, ohne den Verlust des Alten zu bezahlen, folgt einer tiefen Logik — die nicht aufgeht. You can’t eat your cake and have it too.

    Wandel bedeutet Abschied — und das ist sein wahres Problem

    Transition Model · Bridges, 1991

    William Bridges unterscheidet zwischen Change (dem äußeren Ereignis) und Transition (dem inneren Prozess). Change ist oft schnell benannt — eine Kündigung, ein Umzug, eine neue Rolle. Transition aber beginnt mit einem Ende: dem Loslassen des Vertrauten.

    Genau hier liegt der Kern von Veränderungswiderstand. Wer Schwierigkeiten hat, Abschiede zu verarbeiten, meidet Wandel systematisch — nicht aus Faulheit, sondern aus Selbstschutz. Übergangsphasen lösen Reaktionen aus, die mit klassischer Trauer strukturell vergleichbar sind (Kübler-Ross & Kessler, 2005): Verleugnung, Widerstand, Verhandlung — bevor Akzeptanz möglich wird.

    Angst oder Vorfreude? Physiologisch derselbe Zustand

    Zwei-Faktoren-Theorie · Schachter & Singer, 1962

    Die körperlichen Reaktionen auf Vorfreude und Angst sind nahezu identisch: erhöhter Herzschlag, Anspannung, gesteigerte Aufmerksamkeit. Erst die kognitive Bewertung macht aus Erregung eine spezifische Emotion. Die Geschichte, die wir uns über eine Veränderung erzählen, entscheidet, ob wir sie als Bedrohung oder als Chance erleben.

    Reframing ist deshalb keine Selbsttäuschung, sondern ein belegter Wirkmechanismus. Kognitive Verhaltenstherapie und ACT nutzen ihn gezielt — nicht, um unangenehme Gefühle wegzureden, sondern um den Handlungsspielraum trotz ihrer Anwesenheit zu erweitern.

    Routine als Fundament — nicht als Feind

    Flow-Erleben · Csikszentmihalyi, 1990

    Veränderungsbereitschaft heißt nicht, in permanenter Disruption zu leben — das wäre neurobiologisch nicht tragbar. Das Gehirn ist auf Mustererkennung und Vorhersagbarkeit ausgelegt; Routinen reduzieren kognitive Last und ermöglichen Kompetenz. Eine Karriere nur aus Disruption ist ebenso dysfunktional wie eine, die jede Veränderung verweigert.

    Optimale Leistung entsteht dort, wo Herausforderung und Kompetenz im Gleichgewicht sind. Zu wenig erzeugt Langeweile, zu viel Überforderung. Routine und Wandel sind keine Gegensätze, sondern komplementäre Bedingungen nachhaltiger Leistungsfähigkeit.

    Selbstwirksamkeit als Schlüsselvariable

    Self-Efficacy · Bandura, 1977/1997

    Die Selbstwirksamkeitserwartung ist einer der stärksten Prädiktoren für Verhalten in Veränderungssituationen. Menschen mit hoher Selbstwirksamkeit erleben Herausforderungen eher als lösbar, erholen sich schneller nach Rückschlägen und bleiben hartnäckiger.

    Sie ist kein Persönlichkeitsmerkmal, sondern ein erlernbares Muster — aufgebaut durch Erfolgserfahrungen, das Beobachten kompetenter Modelle, soziale Bestärkung und die Regulierung physiologischer Zustände. Wer in Veränderungsprozessen Handlungsräume, Beteiligung und Erfolgserlebnisse ermöglicht, stärkt aktiv die Kapazität, den Wandel zu tragen.

    Was das für Ihre Karriere bedeutet

    Veränderungsbereitschaft ist kein Temperamentsmerkmal, das man hat oder nicht hat. Sie ist eine kognitive und emotionale Fähigkeit, die sich entwickeln lässt — vorausgesetzt, man versteht, welche Mechanismen ihr im Weg stehen.

    Erster Schritt

    Benennen Sie den Verlust, den eine konkrete Veränderung für Sie bedeutet — nicht, um ihn zu dramatisieren, sondern um ihn anzuerkennen. Was genau geben Sie auf: Sicherheit, Status, Zugehörigkeit, Routine? Erst wenn das klar ist, kann die Frage folgen, was im Gegenzug möglich wird.

    Sie stehen vor einer beruflichen Veränderung und spüren Widerstand in sich? Im Klärungsraum arbeiten wir gezielt an den inneren Blockaden, die Ihren Wandel erschweren.

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