„Wer anderen die Schuld gibt, gibt ihnen die Macht.“ Wayne Dyer

Das „Blame-Game“ wird im Leben gerne gespielt. Schuld, nicht im rechtlichen Sinne, wird gerne verteilt.

Dabei werden zwei wichtige Aspekte gerne ausgeblendet.

Es geht nicht um Schuld im moralischen Sinne im Berufs- und Privatleben.

Verantwortung ist aus meiner Sicht der passendere Begriff.

Und zweitens kann Verantwortung zwar delegiert, aber nicht abgetreten werden.

Wir werden die nicht los.

Es mag so sein, dass im rechtlichen Sinne jemand über uns die Verantwortung trägt. Das macht uns aber nicht frei von unserer eigenen Verantwortung.

Es gibt ja immer wieder sog. „Skandale“, die für Aufregung in den Medien sorgen. Dabei wird nach Schuldigen gesucht. Einem Sündenbock im biblischen Sinne.

Und genau an der Stelle wird die Betrachtung meiner Ansicht nach schräg.

Wenn in einem Unternehmen bestimmte Gebräuche, Verhaltensweisen alltäglich sind, dann sind wir selbst als Teil des Systems mitverantwortlich, sofern wir Kenntnis davon haben.

Sich dies bewusst zu machen, führt zu mehr Achtsamkeit. In besonderen Fällen könnte es dazu führen, dass man das Unternehmen von sich aus verlassen muss, weil man mit der sog. „Unternehmenskultur“ nicht konform gehen kann.

In meiner Beratungspraxis höre ich oft: „Und ich soll das ändern? Das läuft doch schon seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten so.“

Nein, natürlich können Sie das nicht alleine ändern. Sie können sich „nur“ dazu verhalten. Ihre Verantwortung für Ihr eigenes Verhalten können Sie nicht loswerden. Und wenn es dicke kommt, dafür gibt es genügend Beispiele in der Wirtschaftsgeschichte, stehen Sie alleine im Regen. Wohlgemerkt als Angestellter. Für Führungskräfte oberhalb eine gewissen Einkommensschicht scheinen da andere Regeln zu gelten.

Bei Beziehungsproblemen, Ehekrisen wird auch gerne auf den anderen gezeigt und gesagt: „Wenn der nicht dieses und jenes gemacht hätte, dann hätte ich nicht…“ Stopp!

Sie haben mitgespielt. Warum und in welcher Form auch immer, Sie waren dabei.

Die Schuldzuweisung an andere macht einen selbst abhängig und führt zur gefühlten Hilflosigkeit. Sie ist aber sehr bequem und befreit uns scheinbar von der Aufgabe, für uns selbst zu sorgen und Verantwortung für unsere eigenen Gefühle und Handlungen zu übernehmen.

Sexuelle Exklusivität in Beziehung, also Treue, ist so ein Beispiel. Wenn er/sie nicht fremdgegangen wäre, dann…

Oft gehört ist auch: „Wenn er/sie mehr Lust auf Sex gehabt hätte, dann hätte ich mich nicht außerhalb der Beziehung nach anderen Sexualpartnern umsehen müssen.“

Um es mal umgangssprachlich auszudrücken:

Das ist die Opferhaltung und damit die Ablehnung der eigenen Verantwortung.

Verantwortung, Selbstachtung sind Aufgaben, und die erfordern aktives Handeln von uns. Wünsche und Bedürfnisse äußern, Nein sagen und Grenzen setzen gehören dazu. Das ist nicht immer einfach, gerade auch in intimen Beziehungen, aber schon im Berufsleben gelingt uns das nicht immer adäquat, weil der andere Weg der letztendlichen Schuldzuweisung im Moment der bequemere zu sein scheint.

„Hätten Sie doch etwas gesagt?“ „Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich mich anders verhalten können!“ 

Erinnern Sie sich, wann Sie das letzte Mal Ihre eigenen Wahrnehmungen und Interessen zum vermeintlichen Wohl der anderen (Kollegen, Vorgesetzten, Beziehungspartner) hinten angestellt haben?

Alles Gute für Sie

Stefan Manzow

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