AKZEPTIEREN, WAS IST…

In meiner Arbeit mit Coaching-Klienten verbringe ich manchmal Zeit damit, gemeinsam vor einer unsichtbaren Wand zu sitzen.

Sinnbildlich sitzen wir dann gemeinsam den inneren Widerstand aus. Die Luft ist zum Schneiden und die Zeit bleibt scheinbar stehen. Bis zu dem Punkt, an dem der Kunde anfängt zu akzeptieren, wie die Dinge gerade sind.

Wir alle haben unsere Vorstellungen darüber, wie die Dinge zu laufen haben. Oft funktioniert auch alles wie am Schnürchen. Ebenso oft aber auch nicht. Manche neigen dazu, an ihren Vorstellungen festzuhalten. Sie üben sich im Widerstand. Man fühlt sich kräftig, in Wirklichkeit kostet das aber noch viel mehr Kraft und man verschwendet möglicherweise wichtige Zeit.

WIDERSTAND IST EINER DER GRÖSSTEN VERHINDERUNGSMECHANISMEN, DIE WIR IN UNS TRAGEN.

Wir möchten die „Enttäuschungen“ nicht fühlen, nicht spüren, dass unsere Pläne nicht funktionieren. Wir halten fest. Im privaten wie im beruflichen Leben. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem es offensichtlich ist und die Realität des partiellen Scheiterns nicht mehr zu leugnen ist.

Es sind in vielen Fällen Menschen mit Führungsanspruch, die diesem fast narzisstischen Anspruch zum Opfer fallen.

Jeden Moment hinzugucken, also zu schauen, ob das, was wir gerade tun und vorhaben, die gewünschte Resonanz erzeugt, das ist wichtig. Jedoch nicht immer so einfach, wie der vorherige Satz gerade geschrieben wurde. Ein spielerisches Element einzufügen und die Dinge nicht gleich in Stein zu meißeln könnte ein Teil der Lösung sein.

Wenn wir annehmen, dass wir mit dem Phänomen nicht alleine sind, dann ist das eine gute Nachricht. Wir können uns selbst auf die Spur kommen und unser Verhalten ändern bzw. zunächst einen Checkpoint einbauen.

Das Beispiel mit dem Affen, der in ein Astloch nach einer Frucht greift und die Hand nicht mehr raus kriegt, ist ja bekannt. Wir Menschen sind da oft nicht weit von entfernt. Loslassen und andere Wege und Lösungen suchen bringt uns weiter. Aber wer rückt schon gerne von seinem genialen Plan ab?

Steht doch in der heutigen Zeit überall zu lesen, wir kriegen Videos vorgespielt, wie erfolgreich die Pläne andere Menschen aufgehen. Das müssten wir doch auch können. Was sie uns nicht sagen, ist, wie oft sie bei ihren Versuchen Fehlschläge erlitten und ihr Verhalten adaptieren mussten.

Wir sehen oft nur das Endergebnis nach einem Weg mit Richtungsänderungen und Fehlschlägen

In Ansätzen wird es sichtbar, wie schwer es ist, ein Ziel im oft selbst gesetzten Timing zu erreichen.

Das Wettrennen um die wiederverwertbare Rakete zwischen den unterschiedlichen Unternehmen ist meiner Ansicht nach ein gutes Beispiel dafür. Es stürzt ab und zu eine Rakete ab, das Unternehmen wertet die Daten aus, und bei erfolgreicher Implementierung der Änderungen reduziert sich die Fehlerquote. Eigentlich ganz ordinäres Management 1×1. Wer macht das in der eigenen Projekt-/Karriere-Planung? Sie?

Ok, dann brauchen wir nicht miteinander in dem Punkt zu arbeiten. Sie können loslassen und den Kurs ändern, um Ihr Ziel zu erreichen.

Erinnern Sie sich an Ihren letzten Widerstandskampf? Sind Sie der Meinung, früh genug losgelassen zu haben oder ist da noch Luft nach oben?

Festhalten gibt Sicherheit, das ist nicht nur beim Klettern so, sondern auch im Leben. Dreimal fest und einmal einen neuen, sicheren Griff in Reichweite suchen ist ja die Grundregel. Freeclimber gehen darüber hinaus, und das müssen sie manchmal auch, sonst schaffen sie manche Wände nicht.

Im Leben ist es meiner Ansicht nach ähnlich. Wer Grundlagen im Schwimmen hat, der muss schon mal ins Kalte.

Als Kinder hatten wir gerne Begleiter bei unseren vielen ersten Versuchen, neue Tricks und Fertigkeiten zu lernen. Das gab uns die notwendige Sicherheit, Dinge auszuprobieren und aus den Fehlern zu lernen und zu wachsen.

Alles Gute für Sie

Stefan R. Manzow

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